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Radverkehr braucht Infrastruktur
Deutschland ist ein Vorbild für besonders effektive Fahrradpolitik.
Zu diesem Resultat kommen die Forscher des amerikanischen World Watch Institute .
In einer aktuellen Untersuchung haben sich die US-Forscher mit dem Thema Radverkehr in und außerhalb der USA beschäftigt, und dabei interessante Details zu Tage gefördert.
Ein Ergebnis der Untersuchung, die auch die Auswirkungen auf die CO2 Emissionen und die Gesundheit der Bevölkerung einschloss war, dass die Förderung von Radverkehr nur durch die Schaffung der nötigen Infrastruktur möglich ist.
Den „Musterfall“ für intelligente Nahverkehrsplanung fanden die Forscher in Freiburg (Breisgau).
Seit 1982 (11 Prozent) hat Freiburg den Radverkehr kontinuierlich erhöht (28 Prozent in 2008).
Die Freiburger Zahlen beeindrucken:
– Seit 1972 Ausbau des Radwegenetzes von 29 Kilometern auf 160 Kilometer.
– 400 Kilometer innerstädtischer Straßen wurden verkehrsberuhigt.
– Seit 1987 wurde die Zahl der Fahrrad Parkplätze verdreifacht.
– Rückgang des Autoverkehrs in Wohngebieten zwischen 1990 und 2006 um 13 Prozent.
– Die Zahl der Autos pro Einwohner liegt in Freiburg 23 Prozent unter dem Bundesschnitt.
In den USA träumt man von diesen Zahlen.
Portand, das in den USA als „Radfahrerstadt“ gilt, hat einen Radverkehrsanteil von 4 Prozent und ist damit in den USA schon eine Ausnahme.
Noch deutlicher werden die Unterschiede bei den Ausgaben für die Fahrradinfrastruktur.
Portad investiert 3,50 US-Dollar pro Einwohner in die Fahrradinfrastruktur.
Amsterdam 39,- US-Dollar pro Einwohner.
Das Fahrrad hat aber dennoch auch bei den „Autoverrückten“ Amerikanern unglaubliches Potenzial.
Warum?
Die Hälfte aller zurückgelegten Strecken in den USA sind kürzer als 5 Kilometer.
Aktuell nutzen 72 Prozent der US-Amerikaner für diese Strecke das Auto.
Nur 29 Prozent nutzen das Fahrrad.
Noch erschreckender ist folgende Zahl:
Bei Strecken unter 1 Meile (ca. 1,6 Kilometer) nutzen 60 Prozent der Amerikaner das Auto!
Klimaschutz und Gesundheitsvorsorge sehen anders aus.
Ein häufig vorgebrachtes Argument, dass Fahrräder wegen der Gefahren im Straßenverkehr nicht genutzt werden, lassen die Forscher nicht zu.
Mehrere Beispiele belegen, dass je mehr Menschen als Radfahrer unterwegs sind, desto sicherer wird Radfahren.
Quelle: World Watch Institute






