Typologie der Fahrradteile
Durch die heute verfügbare Vielfalt von Fahrradteilen und Zubehör sind die unterschiedlichen Fahrradmodelle für verschiedene Einsatzmöglichkeiten (City-Bike, Rennrad etc.) definiert.
Die folgende Liste soll einen knappen Überblick über die unterschiedlichen Ausstattungsmöglichkeiten von modernen Fahrrädern geben:
1. Schaltungen
2. Bremsen
3. Federungssysteme
4. Beleuchtungseinrichtungen
5. Reifen und Felgen
6. Lenker
7. Sättel
8. Gepäckbeförderung
9. Zubehör
10. Kindermitnahme
11. Bekleidung
1. Schaltungen
Die angebotenen Fahrradschaltungen bieten für jeden Einsatzzweck die richtige Lösung. Ob 18-, 21-, 24- oder 27-Gang Kettenschaltungen für Mountainbikes und Trekkingräder oder 3-, 4-, 7-, 8- und 14-Gang Nabenschaltungen für City- und Tourenräder, eine optimale Abstimmung auf die Nutzung des Fahrrads ist immer möglich. Auch die Betätigungs-Einrichtungen am Lenker lassen keine Wünsche mehr offen. Inzwischen werden auch 8-Gang Automatikschaltungen für Fahrräder angeboten. Damit wird dem Komfortgedanken zusätzlich Rechnung getragen.
2. Bremsen
Die Fahrrad-Bremsen sind eines der wichtigsten Bauteile am Fahrrad.
Auch hier haben die Anbieter in den letzten Jahren große Fortschritte hinsichtlich Sicherheit und Wartungskomfort gemacht. Neben diversen Arten von Felgen-, Trommel-, und Rollen-Bremsen kommen inzwischen auch außerhalb des MTB-Bereichs Scheibenbremsen zum Einsatz.
Die Betätigung erfolgt entweder mechanisch oder hydraulisch. Die Bremsverzögerungswerte sind dem jeweiligen Einsatz angepasst und müssen die in den Normen definierten Mindestwerte einhalten.
3. Federungssysteme
Fahrradfederungen wurden ursprünglich fast ausschließlich im MTB-Bereich eingesetzt.
Durch immer höhere Geschwindigkeiten, die zum Beispiel beim Down-Hill-Fahren erreicht wurden, ergab sich automatisch die Notwendigkeit, Gabel- und Hinterbaufederungen einzuführen, um so die Fahr- und Bremsstabilität zu erhöhen. Während deshalb beim MTB die Federung bereits seit langem angeboten wird, ist diese beim City- und Trekkingrad durch gefederte Gabeln und Sattelstützen bereits auch schon fast Standard-Ausrüstung. Hier spielt jedoch weniger die Fahrdynamik, sondern mehr der Komfort eine Rolle.
4. Beleuchtungseinrichtungen
Die Beleuchtung ist eine der bedeutendsten Fahrradkomponenten zur Erhöhung der Sicherheit und hat in den letzten Jahren einen großen Entwicklungssprung vollzogen.
Heute ist das Angebot an Produkten so vielfältig wie noch nie. Von Scheinwerfer und Rückleuchte mit Standlichtfunktion über Naben- und Speichendynamos bis hin zu 12 V-Anlagen mit einer Ausleuchtung, die mit der eines motorisierten Zweirades verglichen werden kann, ist alles am Markt erhältlich. Und dies sowohl in der Erstausrüstung wie auch in der Nachrüstung.
Die Umstellung von Glühbirnen auf leistungsstarke Leuchtdioden (LEDs) erfolgt mit großen Schritten. Diese bieten neben einem relativ geringen Energieverbrauch auch eine sehr lange Lebensdauer.
Batterie-Beleuchtungen für Rennräder und Mountainbikes sowie als Zusatzbeleuchtung haben sich ebenfalls rasant weiterentwickelt und werden in den unterschiedlichsten Ausstattungs- und Preisklassen angeboten.
Dabei spielt die Steigerung der Verkehrssicherheit die entscheidende Rolle. Das Sehen und Gesehen werden ist gerade für den Fahrradfahrer von größter Bedeutung.
5. Reifen und Felgen
Generell gilt, daß das Profil der Reifen dem Einsatzzweck angepaßt sein sollte: Während auf Asphalt relativ glatte und dünne Reifen für einen sehr geringen Rollwiderstand sorgen, zeigt ein gut profilierter, eher dickerer Reifen seine Vorteile vor allem im Gelände. Eine gute Alternative und einen Kompromiß zwischen diesen Extremen stellen Geländereifen mit Mittelsteg dar.
Felgen sind heute fast ausschließlich aus Aluminium gefertigt. In der hochwertigen Ausführung als sogenannte „Hohlkammerfelgen“ verfügen sie über eine besonders gute Stabilität bei geringem Gewicht.
6. Lenker
Es gilt die Faustregel, daß der Fahrradlenker nicht breiter als die Schulterbreite des Fahrers sein sollte.
Besonders geformte und leicht verstellbare Vorbauten ermöglichen schnell den Wechsel zwischen mehr sportlicheren, gebeugten und mehr komfortablen, aufrechten Sitzpositionen. Man unterscheidet bei der Lenkerform auch zwischen geraden und gekröpften Modellen.
Sogenannte Multifunktions-Lenker, die auch nachgerüstet werden können, ermöglichen den Wechsel zwischen mehreren Greifpositionen.
Ebenfalls zum Komfort beim Radfahren können besondere Griffe beitragen, die eine ergonomisch günstige Hand-Haltungen unterstützen und Schwingungen absorbieren.
7. Sättel
Bei Sätteln unterscheidet man im Allgemeinen zwischen breiter gestalteten Damen- und etwas schmaleren Herrensätteln. Im Kurzstreckenbereich werden eher breite, gut gepolsterte Sättel bevorzugt, während bei längeren Touren härtere und schmälere Sättel zu empfehlen sind. Die Materialien reichen von Schaumstoff über Sättel mit Geleinlagen bis hin zu antik anmutenden Ledersätteln, die sich allerdings bei Vielfahrern großer Beliebtheit erfreuen.
8. Gepäckbeförderung
Für die Gepäckmitnahme können, unter Beachtung des vom Fahrradhersteller empfohlenen Gesamtgewichts, Hinterrad-, Vorderrad- und Lenkertaschen, oft mit integrierten Kartentaschen, eingesetzt werden. Generell sehr nützlich zur Lastenbeförderung sind stabile Gepäckträger, die eine Tragfähigkeit von bis zu über 20 Kilogramm haben können.
9. Zubehör
Neben den Ausrüstungsgegenständen verdient auch das Zubehörangebot Aufmerksamkeit. Schloß-Systeme und Fahrradcomputer sollen hier besonders erwähnt werden:
Bei hochwertigen und damit in der Anschaffung teueren
Fahrrädern empfiehlt es sich, für einen sinnvollen Diebstahlsschutz zu sorgen. Als Richtlinie wird oft ein Betrag in Höhe von 10% des Anschaffungspreises des Fahrrads genannt, der für Schloss- und andere Sicherungssysteme aufgewendet werden sollte. Es gibt verschiedene Systeme wie z.B. Spiralkabel, Ketten-, Bügel- und Ringschlösser, die sich in Materialqualität und Gewicht voneinander unterscheiden.
Fahrradcomputer dienen neben der Erfassung von Daten auch der Motivation des Fahrers und können in der Trainingsplanung und -kontrolle eingesetzt werden. Einfache Modelle haben üblicherweise eine Kabelverbindung zu einem Sensor, der am Vorderrad montiert wird und begnügen sich mit Grundfunktionen wie Geschwindigkeit, Entfernung, Durchschnitts- und Maximalgeschwindigkeit. In hochwertigeren Modellen, die oft eine drahtlose Funkverbindung zum Sensor haben, können auch Funktionen wie z.B. Kalorienverbrauch, Trittfrequenz, Puls-und Höhenmessung integriert sein.
10. Kindermitnahme
Fahrrad-Kinderanhänger werden immer beliebter.
In diesen Anhängern, die mit speziellen Anhängekupplungen mit dem Fahrrad verbunden werden, dürften bis zu zwei Kinder transportiert werden. Beim Kauf eines solchen Anhängers sollte auf das zulässige Gesamtgewicht geachtet werden. Neben der Möglichkeit, daß 2 Kinder transportiert werden können, ist ein weiterer Vorteil die Mitnahme von Einkäufen oder Gepäck.
11. Bekleidung
Neben dem eigentlichen Sport- und Freizeitgerät „Fahrrad“ und seiner Ausrüstung bekommt auch die Kleidung des Fahrers eine immer größere Bedeutung.
Trikots aus atmungsaktiven Funktionsmaterialien verhindern das Frösteln bei durchgeschwitzter Kleidung. Vorteilhaft sind auch Jacken aus beschichteten Stoffen als Regenschutz.
Handschuhe verbessern den Griff und die Kontrolle des Lenkers, schonen die Hände und mildern die Folgen von Stürzen.
Radlerhosen mit speziellen Einlagen ermöglichen auch längere Fahrten ohne wundgescheuerte Stellen.
Im sportlichen Bereich der Mountainbike- und Rennradfahrer stellen spezielle Radfahr-Schuhe mit besonders steifer Sohle, die über sogenannte Klick-Verbindungen mit den Pedalen verbunden werden, eine optimale Kraftübertragung sicher.
Helme bieten Schutz.
Deshalb ist, auch wenn es in Deutschland keine Helmpflicht gibt, das Tragen von Helmen aus Sicherheitsgründen zu empfehlen. Ein enorm verbessertes Angebot an immer leichteren und durch eine Vielzahl von Lüftungsschlitzen auch deutlich atmungsaktiveren Modellen hat bereits zu einer erhöhten Tragequote beigetragen.