
ZIV-Mitglieder bestärken Regulierungs-Position des Verbandes für das EPAC
Berlin, 1. Oktober 2025 | Das elektrisch unterstützte Fahrrad ist längst kein Nischenprodukt mehr. Es ist gelebte Alltagsmobilität und bietet zugleich viele gesellschaftlichen Vorteile wie die Gesundheitsförderung, Lebensqualität und Klimaschutz. Über 16 Millionen Elektrofahrräder sind auf deutschen Straßen unterwegs. Ihr Erfolg bestimmt sich durch die Nutzungsfreiheit, also: kein Versicherungskennzeichen, keine Zulassungspflicht, keine Helmpflicht. «Diese besondere Nutzungsfreiheit ist kein Zufall. Sie ist Ergebnis technischer und gesetzgeberischer Regeln», so Burkhard Stork, Geschäftsführer des ZIV – Die Fahrradindustrie. Der Verband vertritt rund 140 namhafte Unternehmen der Branche. «Ein Elektrofahrrad unterstützt nur, wenn getreten wird, und bleibt damit Teil der sogenannten aktiven Mobilität. Wer tritt, bewegt sich. Wer damit aufhört, rollt aus. Genau dieses Prinzip hat den Erfolg des Elektrofahrrades ermöglicht – und genau das wollen wir der Gesellschaft und unserer Industrie auch zukünftig bewahren», so Stork weiter. Der ZIV habe seine vielfach diskutierte EPAC-Position aus dieser Verantwortung heraus entwickelt: «Wenn technische Entwicklungen der Fahrradbranche schneller voranschreiten als die geltenden Regelwerke, muss die Branche im eigenen Interesse selbst dafür sorgen, dass Sicherheit und Akzeptanz erhalten bleiben», betont auch Tim Salatzki, Leiter für Technik und Normung beim ZIV.

Überwältigende Unterstützung aus der Branche
In einer Task-Force aus Mitgliedsunternehmen des ZIV wurde die seit 2 Jahren intensiv erarbeitete Position, die bereits im April 2025 veröffentlicht wurde, in den vergangenen Wochen nochmals intensiv diskutiert. Das Ergebnis war deutlich: Eine überwältigende Mehrheit der beteiligten ZIV-Mitgliedsunternehmen hat sich erneut ausdrücklich für die vorgeschlagenen technischen Parameter ausgesprochen und dem Verband damit ein klares Mandat erteilt. An der Task-Force waren in zwei Schritten zunächst Hersteller von Antrieben beteiligt, anschließend kamen die Produzenten kompletter Fahrzeuge dazu. «Dreizehn Antriebshersteller waren beteiligt und über ihre deutschen bzw. europäischen Vertreter die Mehrheit der globalen Fahrradproduzenten. Einige Abstimmungen waren einstimmig, andere waren Mehrheitsbeschlüsse, mit stets über 80%. Es ist schlicht Unsinn, dass der ZIV sich mit dieser Positionierung isoliert hätte, wie vereinzelte Stimme behaupten», unterstreicht Burkhard Stork. Einstimmig ging die Abstimmung zum Status des EPAC aus: «Die deutsche Fahrradindustrie steht geschlossen dahinter, dass Elektrofahrräder Fahrräder im technischen und rechtlichen Sinn bleiben müssen», so Stork.
Keine Verbote – aber klare Definitionen
Immer wieder wird suggeriert, technische Parameter wie Unterstützungsverhältnis, maximale Unterstützungsleistung oder Gesamtgewicht würden Branchen-Innovationen verhindern oder bestimmte Fahrzeugtypen «vom Markt drängen». Tatsächlich bilden sie schlicht den Status quo ab:
- Über 95 % aller heute verkauften Elektrofahrräder liegen unterhalb der vom ZIV vorgeschlagenen maximalen Unterstützungsleistung.
- Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht über 300 kg haben objektiv andere fahrdynamische Eigenschaften. Sie können nicht als klassische Fahrräder gelten.
Spezialfahrzeuge brauchen eigene und passende Regeln
Professionell genutzte Lastenräder oder auch Inklusionsfahrzeuge sind Teil einer zukunftsgerichteten Mobilität. Der ZIV möchte diese nicht einschränken, sondern gezielt weiterentwickeln und fördern. Solche Fahrzeuge verdienten eigene, passende Kategorien, statt unter dem Label «Elektrofahrrad» versteckt zu werden. Nur so könne die Akzeptanz bei Verkehrsteilnehmer:innen, Behörden und Politik langfristig gesichert werden.
Innovation braucht Klarheit – nicht Grenzenlosigkeit
Innovation im EPAC-Sektor fänden heute nicht mehr in der Frage statt, wie viele Watt noch gehen, sondern z.B. in Fragen der Effizienz, der intelligenten Steuerung, der Barrierefreiheit für alle Nutzer:innengruppen, der Vernetzung, und der Sicherheit und Wartungsintelligenz. «Wir zweifeln demnach an dem von der Branche eingeübten Credo, dass mehr Leistung automatisch auch mehr Fortschritt bringt. Wir brauchen klare Kategorien, um die gesellschaftliche und politische Akzeptanz langfristig zu erhalten», resümiert Burkhard Stork.

ZIV – Die Fahrradindustrie
Der ZIV – Die Fahrradindustrie ist die nationale Interessenvertretung und starke Stimme der deutschen und internationalen Fahrradindustrie – inklusive Import und Großhandel sowie etablierter Unternehmen und Start-ups aus dem gesamten Eco-System Fahrrad. Als Branchenverband bündelt und vertritt der ZIV die Interessen von rund 140 Mitgliedsunternehmen gegenüber den Gesetzgebern in der EU und in Deutschland, der Regierung, Behörden, Medien, Institutionen und Organisationen. Rund 90 Prozent der 2024 in Deutschland produzierten Fahrräder und E-Bikes stammen von Mitgliedsunternehmen des ZIV, die zusätzlich zum Absatz im Binnenmarkt jährlich 1,3 Mio. Fahrzeuge exportieren.
Pressekontakt
Pablo Ziller, ZIV – Die Fahrradindustrie, Reinhardtstraße 7, 10117 Berlin, Tel.: +49 30 439 735 773, Mobil: +49 170 734 23 72, presse@ziv-zweirad.de