
Naturschutz & Mountainbiken – gemeinsam für naturverträgliche Erholung
Der ZIV – Die Fahrradindustrie hat im Jahr 2022 federführend zusammen mit den Verbänden Deutsche Initiative Mountainbike (DIMB) und dem Mountainbike Forum Deutschland (MTF) sowie mit der Unterstützung von Unternehmen aus der Fahrradbranche die Initiative «Bike Nature Movement» ins Leben gerufen. Ziel ist, eine gemeinsame starke Stimme für das Mountainbiken zu schaffen und dem Radfahren in Wald und Natur mehr Sichtbarkeit und politisches Gewicht zu geben.
Mountainbiken als Chance für eine bewegungsarme Gesellschaft
Mountainbiken kann attraktive Sport- und Freizeitangebote in einer zunehmend bewegungsarmen Gesellschaft etablieren und in einer wachsenden digitalen Welt naturnahe Erlebnisse und Mikroabenteuer schaffen. Bei den sportlich Aktiven wird dadurch auch das Bewusstsein für den Erhalt und den Schutz der Natur gefördert.
Natürlich hinterlässt auch das Mountainbiken – wie jegliche menschliche Aktivität – Spuren in der Natur. Es ist daher eine wichtige gemeinsame Aufgabe von Verbänden aus Sport, Verkehr und Natur, diese im Kontext der allgemeinen Waldnutzung richtig einzuordnen und in Relation zu anderen Erholungsfunktionen und Ökosystemleistungen zu setzen.
Natürlich hinterlässt auch das Mountainbiken – wie jegliche menschliche Aktivität – Spuren in der Natur. Es ist daher eine wichtige gemeinsame Aufgabe von Verbänden aus Sport, Verkehr und Natur, diese im Kontext der allgemeinen Waldnutzung richtig einzuordnen und in Relation zu anderen Erholungsfunktionen und Ökosystemleistungen zu setzen.

Umweltauswirkungen im Fokus der Wissenschaft
In diesem Kontext ist wichtig, eine wissenschaftliche Datenlage zu den Umweltauswirkungen von Erholungsaktivitäten im Wald zu erhalten. Wissenschaftliche Studien, wie eine Untersuchung der Uni Bayreuth in Kooperation u. a. mit dem Fahrradreifenhersteller Schwalbe, helfen, die Auswirkungen des Sports auf die Natur zu quantifizieren und die Produkte der Fahrradindustrie umweltfreundlicher zu gestalten. Seit Jahren ist bekannt, dass der Abrieb von Autoreifen einen entscheidenden Teil des Mikroplastiks in der Umwelt ausmacht: pro 100 Kilometer werden etwa elf Gramm Mikroplastik in die Umwelt freigesetzt, was in Deutschland etwa 57 % der Mikroplastikverschmutzung durch Verkehr und etwa 35 % der gesamten Mikroplastikverschmutzung ausmacht. Diese und die Ergebnisse vergleichbarer Studien deuten darauf hin, dass der Abrieb von Fahrradreifen kleiner ist als der Abrieb von Schuhsohlen und mit 1,6 % bedeutend kleiner ist als der Abrieb von PKW-Reifen.


Bedarf für MTB-Infrastruktur wächst
Gleichzeitig wächst in der Bevölkerung die Nachfrage nach MTB-Infrastruktur, denn der Mountainbike-Sport hat sich mittlerweile zu einer der beliebtesten Freizeitaktivitäten im Freien entwickelt. In Deutschland sind 16,6 Millionen Mountainbikende aktiv. Mountainbiken findet dabei größtenteils auf dem vorhandenen Wegenetz im Wald statt und sollte rechtssicher und selbsterklärend für Radfahrende sein. Durch Besuchermanagement in Mountainbike-Hotspots oder sensiblen Erholungsgebieten kann zusätzlich die Natur geschützt werden. Viele Landesforstbetriebe haben außerdem die Notwendigkeit erkannt, regionale Erholungsinfrastrukturen in Form von ausgewiesenen MTB-Trails anzubieten, auszubauen oder illegale Trails zu legalisieren und durch gezielte Lenkung Wald und Natur zu schützen.
Engagement von Verbänden und Industrie stärken und sichtbar machen
Verschiedene Verbände und Unternehmen engagieren sich bereits jetzt für den Naturschutz und ein gutes Miteinander im Wald. So gibt es unter anderem Müllsammel-, Baumpflanz- oder Wegpflegeaktionen. Durch Kooperationen mit der Wissenschaft sollen zudem die Auswirkungen des MTB-Sports auf die Umwelt quantifiziert werden und Lösungsansätze für deren Verminderung erarbeitet werden. Für ein noch besseres gegenseitiges Verständnis haben MTB-Verbände Kampagnen erarbeitet, die auf gegenseitigen Respekt und einfache Regeln setzen und für alle Naturnutzer:innen gleichermaßen selbstverständlich sein sollten. Projekte wie das Natkit sollen Regionen bei dem Thema Besuchermanagement unterstützen. Das Projekt Digitize the planet hilft, durch die zunehmende Digitalisierung von Daten die Natur zu schützen und Aktivitäten besser zu lenken. Svenja Golombek hat dazu beim ADFC-Radtourismuskongress in Bremen im Mai 2025 einen kurzen Impulsvortrag für das Bike Nature Movement gehalten.
